zelzius

Archive for the ‘Public Health’ Category

Gulp, crunch, slurp

In healthy food, Public Health on Mai 30, 2016 at 9:05 am

chips-photocaseofhc454c56268291- johny schorle

I just went to the bio store around the corner from my office and got myself chips, chocolate, and sparkling white wine. Yes, you guessed right. I have to write about healthy eating, and as a reflex I feel like eating the worst the shelf has to offer. Unfortunately, I was chatting with Ulla, the woman behind the counter and a former colleague of mine, and didn´t double check my shopping basket. At my office I unpacked dark chocolate which I hate, paprika chips which I hate as well, and white wine which doesn´t taste good. Maybe my subconscious is into healthy eating.

I promised myself not to over-research the topic at hand, which is about industrial trans-fats and whether the EU should ban them. But nutritional topics always get me, and after two glasses of sparkling wine I find myself reading about everything pubmed has to offer.

Anyway. As I always tell my friends who don´t care about the science I want to share: trying to lose weight or eat healthy seldom or never works. I sit at my best friends’ kitchen table and find books there like “losing weight during sleep”, “low carb diet”, “go vegan”. Its two o’clock at night, no sleep, and cookies and chocolate on the table, white wine in our glasses. I start to lecture her, coming as close as possible to my deepest wish to be a university professor:

Forget it, throw these books away. To live longer you don´t need a diet but the right politicians. The ones who make the laws that make it easy for you and everybody else to live healthy. If you cannot change individually, let´s do it as a population together. I have some ideas on how this should be done. But they are vague. And my friend always changes the way the conversation is going – she is lecturing me about Hanna Arendt or something I really don´t have a clue about. It´s clear I need more data.

And I just found a paper that talks about what I need to know. I want to read it with you. Here we go. (Curr Cardiol Rep. 2015; 17(11): 98.)

“While individual-level and health care system-based behavioral change efforts can be partly effective, policy changes at organizational, community, and government levels can have broader, more equitable, and more sustainable impact.”

Yep, I like, thumbs-up!

We systematically reviewed the evidence for effectiveness of specific policies to improve dietary habits and reduce cardiovascular and metabolic risk factors.

Go ahead

e.g.: mass media campaigns, food and menu labeling, taxation and subsidies, local built environment, school procurement policies, worksite wellness programs, and marketing standards

I´m surprised:

mass media campaigns to promote eating more fruits and veggies and to use less salt seem to help (a little bit).

Not surprised:

Special food or menu labeling seem not to help. (If they do, they help mostly the rich and well educated, so forget it. They don´t need help unless with training in compassion for the poor.)

Yeah, money talks (would be great if my local discount baker would offer apples for less than a Euro):

Lower prices for healthy and higher prices for unhealthy food do the trick. E.G.: Mexicans drink less coke and other sugared drinks since Mexico introduced a ten percent soda tax in 2014. Espec in low income families.

Sad but true:

In sum, current evidence for effects of the local built food environment on diet or diet-related risk factors remains surprisingly limited.

Jaja, target the school kids, good luck:

In sum, changes in school procurement policies appear effective for either increasing healthful or reducing unhealthful choices, while setting of nutrition standards have less consistent benefits.

Really? Worksite wellness interventions work? Who is paying my worksite wellness? I want a freelancer worksite wellness intervention. Now! (Gulp, crunch, slurp):

In sum, comprehensive worksite wellness interventions appear effective at improving diet and diet-related risk factors.

No more ads for unhealthy foods (= less advertisement money for the media, less money for free journalists, only if at the same time a culture tax is introduced, and everybody who writes and sings gets an income just for breathing in and out)

Based on broad observations, it is evident that marketing influences food choices in both children and adults. Quality standards or restrictions on such marketing present a promising strategy for improving population choices;

And what about laws to restrict unhealthy ingredients such as industrial trans-fats? Well I need to read more. Gulp, crunch, slurp.

 

Photo credit: photocase.de / johny schorle

 

 

 

Advertisements

Gerechtigkeit statt Gemüse

In Gesundheit ohne Gewicht, Gesundheitssystem, Public Health on April 20, 2013 at 10:58 am

liesbedda-slash-photocasecom

In der Regel sieht die Richtung von Empfehlungen für gesundheitsrelevantes Verhalten so aus: Das Verhalten unterer sozialer Schichten soll sich dem Verhalten oberer sozialer Schichten angleichen. Esst gesünder und bewegt euch mehr. Warum gehen Empfehlungen kaum den umgekehrten Weg? So ist bekannt, dass der Austausch mit Freunden und die Unterstützung von Bedürftigen gesundheitsfördernd wirken. Menschen aus privilegierter Schicht verbringen jedoch weniger Zeit mit anderen, spenden prozentual weniger Geld und opfern weniger Zeit für Bedürftige (etwa demenzkranke Angehörige) als weniger privilegierte Menschen (Ein Grund dafür ist, das Reichtum mit weniger Empathie einher geht). Trotzdem erscheint nicht jeden zweiten Tag in der Zeitung ein Aufruf: Besucht eure Nachbarn und kümmert euch um den Opa – das schütz euer Herz und sorgt dafür, dass ihr länger lebt. Dabei ist der Benefit eines geselligen Lebens ebenso groß wie der des Nicht-Rauchens. Hinzu kommt: Die Empfehlung „esst gesünder und bewegt euch mehr“ führt ja zu nichts. Außer Frustration und dem Schuldgefühl, versagt zu haben. Das Gefühl hält vielleicht davon ab, auf ein anderes Gefühl zu kommen. Zu Donut und Kippe greift vor allem der, der unter Stress leidet. Armut und damit verbunden Ausgrenzung und Diskriminierung führen zu Stress. Der beste Weg weg von der Kippe wäre weniger Stress, wäre weniger Armut. Da Armut ein relativer Begriff ist, geht es im Grunde um Gerechtigkeit. So und hier sind wir bei meinem Lieblingsthema. Nicht Gemüse und Joggen macht alle Menschen in unserer Gesellschaft gesünder. Mehr Gerechtigkeit macht sie gesünder. Das gehört eigentlich jeden zweiten Tag auf die Gesundheitsseiten der Zeitungen. (Wie bin ich da nun draufgekommen. Ach ja: Daphne Hahn
Prinzip Selbstverantwortung? Eine Gesundheit für alle? Verschiebungen in der Verantwortung für Gesundheit im Kontext sozialer Differenzierungen; JKMG.de; Band 46: http://www.jkmg.de/

Foto: liesbedda / photocase.com

Ihr müsst euch ändern

In Gesundheitssystem, Public Health on Februar 6, 2013 at 3:44 pm

vcm_s_kf_repr_800x535

In der Öffentlichkeit gibt es zwei Standpunkte zum Thema wissenschaftliche Forschung. Einmal: Trau keinen Studien, die Forscher tricksen bei der Statistik und finden doch nur, was sie finden wollen. Oder: Ich vertraue den Ergebnissen der neuesten Forschung. Die Studien sind von Experten gemacht und werden von Kollegen begutachtet. Das muss ja stimmen. Beide Standpunkte sind falsch und nicht nur das, sie sind auch gefährlich. Die Wissenschaftskritiker – und davon gibt es viele – setzen sich in der Regel nicht ernsthaft mit aktueller Forschung und ihren Methoden auseinander. Kein Problem. Muss man ja auch nicht.

Die Konsequenz: Man geht gern zum Quacksalber und schickt auch Freunde und Verwandte dorthin. Das wäre auch nicht schlimm. Osteopathen, Homöopathen und Co. – was Böses werden sie nicht anrichten. Doch, sie richten Böses an. Allerdings nicht auf der individuellen Ebene. Aber gesamtgesellschaftlich. Denn auf ihre Konten fließt – für in der Regel unbewiesene oder als unnütz erwiesene Therapien – viel Geld, das dem Gesundheitssystem fehlt. Es gibt sozusagen ein Leck. Ein Quacksalberleck. Ein extremes Beispiel. Michael P. ist 35 Jahre und leidet unter Schizophrenie. Er ist arbeitslos, übergewichtig, hat Diabetes und schafft es nicht, zum Arzt zu gehen. Plätze beim Psychiater sind rar, auf Therapie oder Klinikplätze muss man lange warten, einen Casemanager, der Michael P. zuhause besuchen und ihn beim Hilfe holen unterstützen würde, gibt es nicht. Zu teuer.

Michala M. ist leitende Angestellte einer Bank, verheiratet, zwei Kinder. Sie leidet unter unerklärlichen akuten Rückenschmerzen. Sie besucht alle Ärzte, die ihr Leiden einordnen könnten, Hausarzt, Orthopäde, Neurologe. Sie fühlt sich bei keinem gut aufgehoben. Erst bei einem Osteopathen hat sie das Gefühl, dass ihr geholfen werden könnte. Sie zahlt einige Hundert Euro für eine Behandlung. Die Schmerzen verschwinden. Sehr wahrscheinlich hat ihr jedoch nicht der Osteopath, sondern die Zeit geholfen. Die meisten akuten Rückenschmerzen verschwinden innerhalb weniger Wochen von alleine. Stellen wir uns vor, Michaela M. hätte das Geld, statt es dem Osteopathen zu geben, dem Gesundheitssystem zugeführt – als soziale Geste. Denn an sich geht es Michaela M. gut. Sie hat ein Haus, eine Familie, Freunde und einen sicheren Job. Würde all das Geld, das die Deutschen in fragwürdige Behandlungen stecken ins Gesundheitssystem fließen, gäbe es vermutlich Casemanager für Miachael P., einen Menschen, dessen schwere Erkrankung ihm das Leben zur Hölle machen kann. Der Casemanager würde Michael P. zuhause besuchen und ihn mitnehmen zu einem Arzt. Michael P. würde Ansprache, Zuwendung, Medikamente, vielleicht einen Therapie- oder Klinikplatz erhalten und seine Leiden könnten gelindert werden.

Nur so ist es nicht. Es ist umgekehrt und im Grunde unerträglich, dass es hingenommen wird: Je schwerer krank ein Mensch ist, desto schwieriger wird es für ihn, an die Ressourcen des Gesundheitssystems zu gelangen. Je leichter krank ein Mensch ist, desto mehr profitiert er von den Vorzügen des Systems. Wer stellt sich auf die Seite der Siechen, Leidenden, Schwachen, Sterbenden? Sicher, da gibt es Menschen. Aber dazu gehören nicht unbedingt die Ärzte (lieber einen adretten Neurotiker im Wartezimmer als einen Menschen mit Schizophrenie). Die Pharmaindustrie schon dreimal nicht.

Wie kann Forschung das ändern? Indem sie Quacksalbern – und dazu zählen nicht nur Osteo-, Homöopathen und Co., sondern auch stinknormale Pharmahersteller und Mediziner auf die Finger guckt. Ihnen vorschreibt, wie gute Forschung funktioniert (an die Kritiker: Ja, das kann man mit bestmöglicher Wahrscheinlichkeit angeben). Wie man Daten erhebt und sie vorsichtig und kritisch interpretiert. Wie man daraus Schlüsse zieht. Wie man darüber berichtet, wie die Medien darüber berichten, damit es zu keiner Verzerrung kommt. Diese validen Ergebnisse, und sie sind richtig rar, sollten dazu herangezogen werden, zu entscheiden, was das System bezahlt und was nicht. Richtig umgesetzt würden wahrscheinlich 50 Prozent der Medikamente herausfliegen.

Dann wird ein Haufen Geld frei und  – ebenso wichtig – Gedankenkraft. Anstatt dass sich Hunderte von Forschern daran ergehen, welche Genvariation das Risiko für ADHS/Diabetes you name it um ein Hundertstel erhöhen könnte, könnten sie sich damit beschäftigen, welche Rolle die Umwelt spielt und – am wichtigsten – wie man an der Umwelt etwas beeinflussen kann (an den Genen ist das nämlich nicht so leicht), damit die Krankheiten nicht mehr so häufig auftreten. Da wird kaum eine müde Mark reingesetzt.
Jetzt kommen wir zurück zu den beiden Standpunkten. Der zweite gefährliche Standpunkt: Die Forschung berichtet gesicherte Erkenntnisse, wir können ihr vertrauen. Nein, kann man nicht. Klinische Forschung liegt überwiegend (das war mal anders) in der Hand der Pharmaindustrie. Die Studienergebnisse belegen – wir wissen es alle – in der Regel den Nutzen des Herstellerpräparats. Davon kann sich niemand ausnehmen, auch kein biodynamischer Misteltrunkhersteller.

Naja, gibt ja noch ein paar Studien aus der Hand unabhängiger Forscher. Ja, von denen halte ich aus persönlichen Gründen viel. Aber auch die sind nicht unabhängig, sondern möchten ihren Ruhm mehren. Der mehrt sich, wenn man eher positive als negative Ergebnisse veröffentlicht, wenn man darauf hinweist, dass das Ergebnis zu einer neuen Therapie führen wird (sorry, der größte Teil der vorklinischen Studienergebnisse führen niemals in die Klinik) und wenn man das herausfindet, was in der wissenschaftlichen und der anderen Gesellschaft gerade in ist: Im Moment zum Beispiel SNIPS, also Genvariationen, die an der Krankheitsentstehung beteiligt sein sollen oder, noch cooler, epigenetische Veränderungen mit Krankheitsbezug. Dazu braucht man auch noch – ouuu – große, coole teure Technik. Dann wird ein bisschen im Summary frisiert und schon landet es völlig überzogen bei uns – also den Medizinjournalisten, die sofort alles noch weiter aufplustern (ich nehm mich da nicht aus, aber gelobe Besserung).

Vollkommene Unabhängigkeit gibt’s nicht, klar. Aber man kann nah dran. Und vor allem, noch näher dran wie im Moment. Dazu muss man, also die Gesellschaft, den Menschen Forschung näher bringen, zeigen, dass sie glaubwürdig sein kann und: Man muss Forschung glaubwürdiger machen. Das heißt, ein paar Spielregeln ändern: 1. Kack auf die Impact-Faktoren, die Forscher sammeln müssen, um nach oben zu kommen. Verführt nur zu Aufgeplustere von kurzlebigen Studienergebnissen (einen Darwin bekommt man so jedenfalls nicht). Und nehmt der Pharma-Industrie mal die Arbeit ab. Die Akademia forscht sowieso besser und günstiger (all die Doktoranden, die da für einen Snickers und eine Cola ihre Wochenenden vor dem Reagenzglas verbraten).

Man gründe also ein Nationales Translationales Forschungszentrum Deutschland und stecke die ganzen an-Quacksalberhonoraren-und-an-nutzlosen-Medikamenten-gesparte Millionen da rein und kümmere sich mal um wichtige Fragen. Zum Beispiel: Wie muss ich das Umfeld verändern, damit Menschen erst gar nicht an Diabetes erkranken? Helfen zum Beispiel mehr Fahrradwege und gratis Schulobst? Damit ist der Forscherzunft nicht unbedingt ein Blumenpott bzw. eine Professur zu gewinnen. Sollte aber.
Und wie komme ich auf all das, obwohl ich doch gerade arbeiten sollte? Hierüber: DeMets DL. Califf R; A Historical Perspective on Clinical trials Innovation and Leadership: Where have the Academics gone? JAMA, Feb 16, 2011 – Vol 305, No 7 & Misrepresentation of Neuroscience Data Might Give Rise to Misleading Conclusions in the Media, Gonon et a, Plos one 2011, Vol 6, Issue 1.
Ach ja und das hier: http://www.reuters.com/article/2011/02/09/us-gold-standard-idUSTRE71872Y20110209

Foto: photocase/iotas

ICD-10 F 6

In Psychiatrie, Public Health on Januar 28, 2013 at 12:03 am

photocase_saimen!

Bei einer Recherche zum Beitrag Zwang in der Psychiatrie musste ich mich mit der Liste der Persönlichkeitsstörungen gemäß ICD-10 F 6 befassen. Ich fand dort alle meine Persönlichkeitsmerkmale wieder. Ich missachte soziale Normen, ich neige zu Rationalisierungen, besitze eine geringe Frustrationstoleranz, werde schnell aggressiv, ich bedenke selten die Konsequenzen meiner Handlung, meine Stimmung ist mitunter unbeständig, ich habe kein sicheres Selbstbild, ich habe Angst verlassen zu werden und mitunter ein Gefühl der Leere, ich strebe danach im Mittelpunkt zu stehen, liebe theatralische Selbstdarstellung, habe übermäßige Zweifel und beschäftige mich gerne mit Listen, ich verzichte sehr oft auf Vergnügen, bin angespannt und habe persönliche Kontakte nur zu Wohlgesonnenen, ich habe das Bedürfnis nach körperlicher Sicherheit, ich gebe gerne die Entscheidungsgewalt an andere ab, ich vermeide alleinsein, ich Suche nach Bestätigung. Auf die Frage an meinen Freund, persönlichen Guru und Zenmeister, ob es einen Unterschied zwischen normal und nicht normal gäbe, hat mich seine Antwort überzeugt: No, because we are all crazy.

(Foto: photocase/saimen!)

Der Geist von Ottawa

In Alltag, Public Health, Tagträume on März 10, 2010 at 11:26 pm

Es gibt Zufälle, die sind nur scheinbare Zufälle. So zum Beispiel die Tatsache, dass ich in letzter Zeit immer wieder mit dem Begriff „Setting“ konfrontiert werde. Ich lerne, dass nicht alles, wo „Setting“ drauf steht, auch „Setting“ ist. Ich lerne, dass das nun wirklich der einzige Ansatz ist, um die Gesundheit der Menschheit zu retten. Ich treff dauernd auf „Setting“ weil ich einen heimlichen unerfüllten Wunsch habe. Ich würde so gerne Public Health studieren. Selten hat mich ein Thema (natürlich bis auf den Geruchssinn der Makaken!) so sehr fasziniert. Also bewege ich mich gerne im Dunstkreis von Orten, wo es um Public Health geht. Zum Beispiel das Public Health Forum in München. Außerdem treffe ich immer mehr Leute, die das bereits studiert haben, die das wollen oder gerade tun. Und das Erfreuliche, es sind auch Leute wie ich darunter, also über Pfirsich. Ich hab auch schon die Aufnahmeprüfung fürs Public Health  Studium in München bestanden (Schulter klopf), hab aber in meinem jugendlichen Leichtsinn übersehen, dass die heutigen Masterstudiengänge ein anwesenheitspflichtiger Vollzeitjob  sind. So ein total unmoderner Kappes. “An increase in freedom of learning adds to the control a user feels and therefore increases learning.”  Ich will lernen, wann es mir gefällt. Und vor allem, wann ich Zeit habe. Tagsüber von 9 Uhr bis – Moment mal jetzt ist es 00:05 nachts und ich muss noch einen Beitrag zum Thema Blutungen im ersten Schwangerschaftstrimester fertigschreiben – nun ja, also, bis spät muss ich Brötchen oder vielmehr Knäckebrot verdienen. Es sei denn, jemand würde mir ein Stipendium spendieren. Hoho, haben die Stipendienvergabestellen mal herzhaft gelacht bei  meiner Anfrage. Ich könnte das Studium online machen. Auf so eine Idee kommen aber die Unis in meiner Umgebung gar nicht, die sind viel zu sehr mit ihrem Elitedasein beschäftigt. Auch wir über Pfirsich-Jährige wollen nochmal was lernen, und zwar was Richtiges. Nicht den VHS-Kurs über die Philosophie des Abendlandes, sondern Hard Core, Hot Stuff. Mit allem dran und drum, mit Schein und Buchstaben vorm Namen. MPH heißen die übrigens beim Master of Public Health. MPH (auf der Zunge zergehen lass).
Bleiben noch die richtig renommierten Public Health Unis in den Ländern, die ihren Lernluxus auch für Online-Studierende anbieten. Aber da sollte man viel Klingel im Beutel haben, denn die verlangen ab 60.000 Euro und aufwärts. Seufz. Aber wie gesagt, ich traf auf einen, der nicht nur „Setting“ sagte, sondern auch gerade PH studiert. An einer englischen Uni, online, für rund 2000 Euro pro Jahr. Und er ist begeistert. Aber auch das ist Schotter, der nicht am Straßenrand steht.
So, jetzt wollen Sie vielleicht noch wissen, was denn „Setting“ ist und warum diese Kolumne „Der Geist von Ottawa“ heißt. Dazu müssen Sie mir einen Euro auf mein Stipendiumskonto überweisen, sobald 2000 Euro drauf sind, fange ich an zu studieren und zu erklären.

(Foto: AllzweckJack/photocase)