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Der Geist von Ottawa

In Alltag, Public Health, Tagträume on März 10, 2010 at 11:26 pm

Es gibt Zufälle, die sind nur scheinbare Zufälle. So zum Beispiel die Tatsache, dass ich in letzter Zeit immer wieder mit dem Begriff „Setting“ konfrontiert werde. Ich lerne, dass nicht alles, wo „Setting“ drauf steht, auch „Setting“ ist. Ich lerne, dass das nun wirklich der einzige Ansatz ist, um die Gesundheit der Menschheit zu retten. Ich treff dauernd auf „Setting“ weil ich einen heimlichen unerfüllten Wunsch habe. Ich würde so gerne Public Health studieren. Selten hat mich ein Thema (natürlich bis auf den Geruchssinn der Makaken!) so sehr fasziniert. Also bewege ich mich gerne im Dunstkreis von Orten, wo es um Public Health geht. Zum Beispiel das Public Health Forum in München. Außerdem treffe ich immer mehr Leute, die das bereits studiert haben, die das wollen oder gerade tun. Und das Erfreuliche, es sind auch Leute wie ich darunter, also über Pfirsich. Ich hab auch schon die Aufnahmeprüfung fürs Public Health  Studium in München bestanden (Schulter klopf), hab aber in meinem jugendlichen Leichtsinn übersehen, dass die heutigen Masterstudiengänge ein anwesenheitspflichtiger Vollzeitjob  sind. So ein total unmoderner Kappes. “An increase in freedom of learning adds to the control a user feels and therefore increases learning.”  Ich will lernen, wann es mir gefällt. Und vor allem, wann ich Zeit habe. Tagsüber von 9 Uhr bis – Moment mal jetzt ist es 00:05 nachts und ich muss noch einen Beitrag zum Thema Blutungen im ersten Schwangerschaftstrimester fertigschreiben – nun ja, also, bis spät muss ich Brötchen oder vielmehr Knäckebrot verdienen. Es sei denn, jemand würde mir ein Stipendium spendieren. Hoho, haben die Stipendienvergabestellen mal herzhaft gelacht bei  meiner Anfrage. Ich könnte das Studium online machen. Auf so eine Idee kommen aber die Unis in meiner Umgebung gar nicht, die sind viel zu sehr mit ihrem Elitedasein beschäftigt. Auch wir über Pfirsich-Jährige wollen nochmal was lernen, und zwar was Richtiges. Nicht den VHS-Kurs über die Philosophie des Abendlandes, sondern Hard Core, Hot Stuff. Mit allem dran und drum, mit Schein und Buchstaben vorm Namen. MPH heißen die übrigens beim Master of Public Health. MPH (auf der Zunge zergehen lass).
Bleiben noch die richtig renommierten Public Health Unis in den Ländern, die ihren Lernluxus auch für Online-Studierende anbieten. Aber da sollte man viel Klingel im Beutel haben, denn die verlangen ab 60.000 Euro und aufwärts. Seufz. Aber wie gesagt, ich traf auf einen, der nicht nur „Setting“ sagte, sondern auch gerade PH studiert. An einer englischen Uni, online, für rund 2000 Euro pro Jahr. Und er ist begeistert. Aber auch das ist Schotter, der nicht am Straßenrand steht.
So, jetzt wollen Sie vielleicht noch wissen, was denn „Setting“ ist und warum diese Kolumne „Der Geist von Ottawa“ heißt. Dazu müssen Sie mir einen Euro auf mein Stipendiumskonto überweisen, sobald 2000 Euro drauf sind, fange ich an zu studieren und zu erklären.

(Foto: AllzweckJack/photocase)

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