zelzius

Archive for Februar 2010|Monthly archive page

Hund macht Krebs

In Krebs on Februar 16, 2010 at 4:21 pm

Ich red nicht lange rum: Hunde sind krebserregend. Das sagte neulich Harald zur Hausen auf einem Vortrag über „Viren und Krebs“. Es ging ein Raunen durch das Publikum. Ich frage mich, warum man davon zuvor noch überhaupt nichts gehört hat. Sind alle Redakteure Hundebesitzer? Ist dieser Zusammenhang hundefeindlich, sozusagen zoological incorrect? Ich bin ja gerne kritisch, aber ich spare mir jetzt mal die Quellensuche, die Aussage stammt ja schließlich von einem Nobelpreisträger. Meine Schwägerin hält das übrigens nicht davon ab, dieser neuen Weisheit keinen Glauben zu schenken. Beziehungsweise, sie sieht das differenziert: Bei kleinen Hunden gilt das nicht. Sie hat einen kleinen Hund, ich einen mittelgroßen. Ich werde der Nachricht nicht weiter nachgehen. Wieder ein Beispiel dafür, wie der Öffentlichkeit die Wahrheit vorenthalten wird.

(Foto: fabsn/Photocase)

P.S. Ich bezahl für meine Fotos!! Überhaupt, ich mag es, im Internet für Inhalte zu zahlen, z.B. für gute Texte auf grin.de, für Archivmaterial von spiegel.de und die coolen Fotos von photocase.de. Es lebe das Urheberrecht!!!

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Gott, G-Punkt und Gsychoanalyse

In Psychoanalyse on Februar 15, 2010 at 6:00 pm



Es gibt ein paar Sachen, deren Natur bleibt mir unergründlich. Gott, der G-Punkt und die Psychoanalyse zum Beispiel. Die Vorstellung eines Gottes ist mir so fremd, dass ich annehme, dass mir die genetische Ausstattung für den Gottesglauben fehlt (Zum Thema atheismus empfehle ich übrigens sexy laci green auf youtube, leider wurden meine Lieblingsclips entfernt, tja, Zensur auf youtube, wenns um Atheismus geht …). Den G-Punkt gibt’s angeblich nicht. Bleibt die Psychoanalyse. Ich versteh sie nicht. Dabei würde ich so gerne. Ich lese Bücher darüber und lasse sie mir von Freunden erklären. Lese ich psychoanalytische Texte, habe ich immer das Gefühl, ich hätte irgenwann in der Schule gefehlt und etwas Entscheidendes verpasst. Die Grundvoraussetzung, um Psychoanalyse zu verstehen. Möglicherweise die Vorstellung, dass der Mensch sich stetig weiterenwickelt. Das sehe ich nicht so. Ich weiß auch nicht, warum ich sollte. Ist das ein humanistischer Grundgedanke, den sie in den 1970er Jahren an meinem berüchtigten Strümper Gymnasium (an dem wir unseren Deutschlehrer duzen mussten und Rechtschreibefehler nicht als Fehler galten) vergessen haben, zu lehren? Mir ist aus der 11. Klasse nur Nietzsche im Kopf geblieben: die ewige Wiederkehr des Gleichen. Ganz  mein Geschmack.

Beim Lesen der Psychoanalyse-Texte überkommt mich das gleiche Gefühl, das ich hatte, als ich einen Beitrag zum Thema „Das Böse“ redigierte. Er stammte von einem katholischen Theologen und war in sich wunderbar schlüssig und interessant. Allerdings musste man zuvor eine Grundlage akzeptieren: Gott gibt´s. Welche Grundlage muss ich für das Verständnis der Psychoanalyse verstehen? Übrigens: die kognitive Verhaltenstherapie ist mir auch schleierhaft. Und für die sollte ich als Biologin mit Spezialgebiet Kognitionsforschung doch alle Voraussetzungen haben. Jetzt fragen Sie sich, ob es auch irgendwas gibt, dessen Natur mir nicht unergründlich ist. Ich werde drüber nachdenken.

(Foto: photocase, ka-di)

Das Leben als Plazebo

In Plazebo on Februar 10, 2010 at 11:54 pm


Laut Allensbacher Institut (Nr. 10039) hat sich die Zahl der Menschen in Deutschland, die homöopathische Arzneimittel verwenden, in den letzten 40 Jahren mehr als verdoppelt. 57% von rund 1800 Befragten nimmt die Zuckerkügelchen. Das ist mir ja nach wie vor ein Rätsel. Ich hab irgendwo den klugen Satz gelesen, bei der Homöopathie handele es sich um ein niederschwelliges Psychotherapieangebot. Also, Menschen, die vor Psychotherapie zurückschrecken, gehen zum Hömöopathen. Was dann wirke, sei die Beziehung zwischen Patient und Homöopath. Ist doch toll. Aber das Geld sollte man statt in teure Kügelchen (die könnte man ja von mir aus durch bunte billige Plazebos ersetzen) in irgendwas Sinnvolles stecken. Einen Fond für unterbezahlte Medizinjournalisten zum Beispiel. Nun ja, schlechtes Beispiel.

(Foto: Photocase/Kallejipp)

Kopfzerbrechen um die Antischwermutpillen

In Depression on Februar 10, 2010 at 11:02 pm

(Foto: Photocase/Nadine Platzeck)

Ich war ja schon auf so einigen Pressekonferenzen, auf denen die Wirkung von Antidepressiva, also Medikamenten gegen Depressionen, vorgestellt wurde. Das sind seriöse Mediziner, die solche Ergebnisse (na kla, mit freundlicher Unterstützung der Pharmafirmen) präsentieren. Klar hab ich die Kritik verfolgt (Let them eat Prozac u.a.), das ernüchternde Fazit des IQWIGs gelesen. (IQWIG ist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen). Und immer wieder Fachartikel redigiert zum Thema. Aber ich komm und komm für mich zu keinem abschließenden Ergebnis: Bringen die Dinger nun was oder nicht? Warum kriegt man da eigentlich kein Bild von. Zu weiterer Ernüchterung trägt ein neuer Beitrag im renommierten Fachblatt PLoS bei. Dort steht, dass AD (so nennt man abgekürzt die Antidepressiva) keinen Effekt zeigen – wenn man mal alle Studienergebnisse zusammenfasst. Auch die, die nicht veröffentlicht wurden. Gar kein Effekt? Nein, eine Gruppe – so das Autorenteam um Irving Kirsch von der Universität Hull in England – profitiert. Das sind Patientenmit einer sehr schweren Depression. Nur der letzte Satz in der Zusammenfassung des Beitrags geht mir nicht aus dem Kopf: “ … dass Antidepressiva bei schwerer Depression einen Effekt haben, liegt nicht daran, dass die Patienten stärker auf das Medikament ansprechen, sondern daran, dass sie weniger auf Plazebo reagieren.“  Nun ja, interessant.

Herzlich Willkommen

In Uncategorized on Februar 10, 2010 at 9:57 pm

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